Erdbeeren aus Marokko: ein Rätsel um Wasser und Produktion im Münsterland

Ein Erdbeerbetrieb aus Telgte verlegt Teile seiner Produktion nach Marokko, um mehr Wasser zu erhalten. Die Trockenheit in Westfalen und die Suche nach alternativen Lösungen im Landwirtschaftssektor.

Erdbeeren auf einem Feld bei Elsholz, mit trockenem Boden und Wüstenwind, symbolisch für die Suche nach Wasser in Nordafrika
Erdbeeren auf einem Feld bei Elsholz, mit trockenem Boden und Wüstenwind, symbolisch für die Suche nach Wasser in Nordafrika

Ein Erdbeerbetrieb aus Telgte im Münsterland hat seine Produktion nach Marokko verlegt, um mehr Wasser zu erhalten. Die Trockenheit in Westfalen hat die Landwirtschaft in der Region belastet, weshalb der Betreiber, Markus Staden, seine Flächen in Nordafrika ausweitet. In Marokko setzt die Regierung stark auf den Ausbau der Landwirtschaft, mit Stauseen und Entsalzungsanlagen, was die Produktion unterstützt. Die natürlichen Bedingungen für Erdbeeren in Deutschland sind hervorragend, doch die Wasserknappheit macht den Betrieb schwierig. Staden betont, dass die Produktion in Deutschland theoretisch auf 100 Prozent Selbstversorgung ausweisen könnte, doch die Realität sieht anders aus.

Wasser als Schlüssel für die Produktion

Die Trockenheit in Westfalen ist nichts Neues, doch die Suche nach alternativen Produktionsschwerpunkten hat neue Impulse gegeben. In Marokko gibt es zwar weniger Niederschlag als in Telgte, doch die Regierung hat den Ausbau der Landwirtschaft vorangetrieben. Staden erklärt, dass die Entsalzungsanlagen und Stauseen in Marokko die Produktion unterstützen. Zudem sind die Lohnkosten dort geringer, und Personal für die harte Feldarbeit ist leichter zu finden. Dennoch bleibt der Betrieb in Deutschland, und Staden plant, die Flächen nicht vollständig auszuweiten, sondern vielmehr zu vergrößern.

Die Suche nach Wasser und Flexibilität bleibt ein zentrales Thema für die Zukunft der Erdbeeren in Deutschland. In Deutschland ist es kompliziert, eine Genehmigung für einen Brunnen zu erhalten, während in Marokko die Regierung den Ausbau der Landwirtschaft fördert. Staden betont, dass er nicht vollständig auswandern wird, doch die Expansion in Nordafrika ist für ihn eine logische Weiterentwicklung.

Die Zukunft der Erdbeeren in Deutschland

Der Erdbeeranbau in Deutschland ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Von den knapp 2000 Betrieben, die vor fünf Jahren noch Erdbeeren anbauten, hat mehr als jeder fünfte dichtgemacht. Die Gründe dafür sind vielfältig, darunter der Mindestlohn und die Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Brunnen. Markus Staden, der die Geschäfte der Kraege Beerenpflanzen GmbH & Co. KG führt, betont, dass die Produktion von Pflanzen in Deutschland noch stabil bleibt. Sein Unternehmen bewirtschaftet rund 250 Hektar im Münsterland und hat bereits vor einigen Jahren 25 Hektar in Marokko gepachtet.

Andere Landwirte wie Constantin Kaack aus Schleswig-Holstein haben ähnliche Schritte unternommen. Kaack setzt auf den Fruchtanbau in Polen, wo die Flächen und die Bezahlung flexibler sind. Er betont, dass in Schleswig-Holstein nicht am Wasser, sondern an zusammenhängenden Flächen fehlt. Die Suche nach Lösungen für die Trockenheit und die Produktion bleibt ein zentrales Thema für die Landwirtschaft in Deutschland. Die Kombination aus Wasser, Flexibilität und Produktion ist entscheidend für die Zukunft der Erdbeeren in Deutschland. Staden betont, dass die natürlichen Bedingungen für Erdbeeren in Deutschland hervorragend sind, doch die Wasserknappheit und die Regulierung der Landwirtschaft die Produktion beeinflussen. Die Suche nach alternativen Lösungen bleibt ein zentrales Thema für die Landwirtschaft im Münsterland und Norddeutschland.